Festigung der Rolle als Schwerpunktversorger des Landkreises.
Das Krankenhaus Weilheim festigt seine Rolle als Schwerpunktversorger des Landkreises Weilheim-Schongau mit erweiterter Notfallversorgung: Die Intensivmedizin wurde umfassend weiterentwickelt, organisatorisch neu aufgestellt und als eigenständige Einheit unter Leitung von Dr. Florian Amor etabliert. Damit erfüllt die Abteilung seit kurzem nahezu vollständig die im Rahmen der Krankenhausreform definierten zentralen medizinischen und strukturellen Vorgaben für die Leistungsgruppe „Hochkomplexe Intensivmedizin“.
Die Bundesregierung stellt klare Anforderungen an personelle Ausstattung, medizinische Qualität und organisatorische Eigenständigkeit. Mit der neuen Klinik für Intensivmedizin und IMC hat das Krankenhaus Weilheim diese Vorgaben systematisch umgesetzt. „Wir haben unsere intensivmedizinischen Strukturen konsequent weiterentwickelt – fachlich, organisatorisch und technisch“, erklärt Dr. Florian Amor, Ärztlicher Leiter der Klinik für Intensivmedizin und IMC. Er ergänzt: „Die eigenständige Leitung, klar definierte Prozesse und ein spezialisiertes Team ermöglichen eine Versorgung auf höchstem Niveau.“
Die Klinik verfügt über zehn High-Care-Intensivbetten sowie acht Intermediate-Care-Betten. Versorgt werden schwerstkranke Patienten mit Multi-Organ-Versagen, schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurologischen Notfällen oder nach komplexen operativen Eingriffen. Fünf Fachärzte sichern gemeinsam mit einem interdisziplinären Team eine 24-Stunden-Facharztstruktur an 365 Tagen im Jahr.
Zum medizinischen Spektrum gehören moderne Beatmungsverfahren, die die Lunge besonders schonend unterstützen, außerdem kontinuierliche Nierenersatztherapien, wenn die eigene Nierenfunktion vorübergehend ausfällt. Mithilfe spezieller Monitoring-Systeme können Herzleistung und Kreislauf in Echtzeit überwacht werden. Bei schweren Herzschwächen kommt eine mechanische Herzpumpe zum Einsatz, die den Kreislauf stabilisiert. Ergänzt wird das Angebot durch differenzierte Ultraschalluntersuchungen des Herzens sowie durch Bronchoskopien, bei denen die Atemwege untersucht und behandelt werden können.
Seit Juni 2025 ist die Intensivstation als strukturgeprüfte Weaningeinheit anerkannt. Das bedeutet: Patienten, die nach längerer künstlicher Beatmung wieder selbstständig atmen lernen müssen, werden hier gezielt und nach festgelegten Qualitätsstandards betreut. Eine abschließende bauliche Modernisierung ist derzeit in Planung und wird die strukturellen Voraussetzungen weiter stärken.
„Die Klinik für Intensivmedizin und IMC ist eine Schlüsselabteilung für das Krankenhaus Weilheim“, betont Dr. Thomas Löffler, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie. Sie sei Voraussetzung für das Erreichen und den langfristigen Erhalt weiterer relevanter Leistungsgruppen – etwa in der Endoskopie, der Hüftendoprothetik, der erweiterten Notfallstufe, der Kardiologie oder der Stroke Unit. Ohne eine leistungsfähige Intensivstation seien zahlreiche Angebote strukturell nicht möglich. Löffler macht deutlich: „Wer komplexe Medizin für die Region sichern will, braucht eine starke Intensivstation.“
Parallel wurde die Digitalisierung weiter vorangetrieben. Ein modernes Intensivdokumentationssystem ermöglicht die automatische Erfassung von Vitalparametern, Gerätedaten und Laborwerten. Das reduziert Fehlerquellen, erhöht die Patientensicherheit und unterstützt ein strukturiertes, transparentes Arbeiten. Perspektivisch soll die intensivmedizinische Versorgung weiter digital vernetzt werden.
„Wir merken im Alltag, dass die neue Struktur uns stärkt“, sagt Olaf Rohwer, pflegerischer Leiter der Intensivstation. „Klare Abläufe und feste Ansprechpartner geben unserem Team Sicherheit. So können wir uns mit voller Aufmerksamkeit den Menschen widmen, die auf uns angewiesen sind.“