Integrierte Versorgung für ambulante, tages- und kurzstationäre Patienten
Kurze Wege, gebündelte Kompetenz und eine Behandlung aus einer Hand: Mit dem neuen Herz-Gefäß-Zentrum erweitert das Krankenhaus Weilheim ab 1. Oktober seine medizinischen Leistungen für Menschen mit Herz- und Gefäß-erkrankungen. Das Angebot richtet sich an Patienten aus der Region, die ambulant, tages- oder kurzstationär versorgt werden müssen.
Geleitet wird das Herz-Gefäß-Zentrum von PD Dr. Tobias Weinberger, Leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik I für Kardiologie sowie von Dr. Jörg Hawlitzky, Chefarzt der Klinik für Gefäß- und Endovaskularchirurgie. Ihr Ziel ist es, Herz- und Gefäßmedizin enger zu verzahnen und für die Patienten einen möglichst durchgängigen Behandlungsweg zu schaffen. Dafür wird die ambulante Behandlung mit tages- und kurzstationärer Versorgung kombiniert. Kardiologie und Gefäßchirurgie arbeiten unter einem Dach zusammen und stimmen Diagnostik und Therapie unmittelbar miteinander ab.
„In der Kardiologie können wir heute viele Untersuchungen und Eingriffe so planen, dass Patienten nur so lange im Krankenhaus bleiben, wie es medizinisch erforderlich ist“, erklärt Prof. Dr. Andreas Knez, Chefarzt der Medizinischen Klinik I für Kardiologie. Er ergänzt: „Nach einem Herzkatheter oder einer Schrittmacherimplantation reicht oft eine Überwachung über wenige Stunden aus. Mit dem Herz-Gefäß-Zentrum schaffen wir dafür die passenden Strukturen und verbinden moderne kardiologische Behandlung mit kurzen, gut abgestimmten Versorgungswegen.“
Dr. Weinberger macht deutlich: „Unsere Vision ist eine Medizin, die den Patienten in den Mittelpunkt stellt und die Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung überwindet. Viele Herz- und Gefäßerkrankungen lassen sich heute minimalinvasiv behandeln.“ Entscheidend sei, für jeden Patienten die passende Form der Versorgung zu wählen. Dr. Weinberger: „Der Patient kommt zu uns – und wir organisieren den für ihn optimalen Behandlungsweg.“
Das bedeutet in der Praxis: Diagnostik, fachübergreifende Beurteilung und, wenn erforderlich, der anschließende Eingriff greifen möglichst nahtlos ineinander. Kardiologen und Gefäßchirurgen können Befunde gemeinsam beurteilen und die weitere Behandlung abstimmen. Je nach Erkrankung und medizinischer Notwendigkeit erfolgt diese ambulant, tagesstationär oder mit einem kurzen stationären Aufenthalt. Auch Patienten mit akuten Beschwerden wie Brustschmerzen, Vorhofflimmern oder einer Blutdruckentgleisung können aus der Notaufnahme übernommen und im Zentrum weiterbehandelt werden.
Ein wichtiger Baustein des neuen Konzepts ist die Kurzliegestation mit sechs Betten. Sie ist für Patienten vorgesehen, die nach einem Eingriff oder aufgrund akuter Beschwerden für einige Stunden engmaschig überwacht werden müssen, aber keinen längeren Krankenhausaufenthalt benötigen. In der Regel bleiben sie nicht länger als 24 Stunden.
Die enge Zusammenarbeit der beiden Fachrichtungen hat einen medizinischen Grund: Erkrankungen von Herz und Gefäßen treten vielfach gleichzeitig auf. „Herz und Gefäße bilden ein einheitliches Organsystem“, sagt Dr. Hawlitzky. So leiden Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit beispielsweise häufig zusätzlich an Durchblutungsstörungen der Beine oder Veränderungen der Halsschlagadern. Umgekehrt können bei Gefäßpatienten bislang unerkannte Herzerkrankungen bestehen. Der fachübergreifende Blick ermöglicht es,
Diagnosen schneller zu stellen, Therapien besser aufeinander abzustimmen und unnötige Doppeluntersuchungen zu vermeiden.
„Unser Anspruch ist eine Versorgung ohne unnötige Wartezeiten und mit möglichst kurzen Krankenhausaufenthalten“, betont Dr. Hawlitzky. „Jeder Patient soll genau die Behandlung erhalten, die seiner individuellen Situation entspricht – mit kurzen Wegen, moderner Technik und der engen Zusammenarbeit zweier starker Fachbereiche.“