Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhold Lang | Chefarzt
„Anästhesie ist Teamarbeit: Hochqualifiziert, vorausschauend und immer mit dem Fokus auf Sicherheit und Vertrauen.“
Dr. Thomas Waldenmaier | Chefarzt Klinik für Anästhesie
Die Klinik für Anästhesie begleitet Patienten vor, während und nach operativen Eingriffen. Unser Ziel ist es, jede Narkose sicher, schonend und individuell abgestimmt durchzuführen. Dabei verbinden wir moderne Anästhesieverfahren mit langjähriger klinischer Erfahrung, strukturierter Vorbereitung und enger interdisziplinärer Zusammenarbeit. Zur optimalen Vorbereitung stellen wir den einweisenden Ärzten die Leitlinie zur präoperativen Befunderhebungzur Verfügung, um wichtige Informationen bereits vor dem Anästhesiegespräch strukturiert erfassen zu können.
Leitlinie zur präoperativen Befunderhebung:
Vor jeder Vollnarkose findet ein ausführliches Aufklärungsgespräch statt. Dabei besprechen wir Vorerkrankungen, regelmäßig eingenommene Medikamente, frühere Narkoseerfahrungen und mögliche Risiken. Unsere Ärzte erklären verständlich, was am OP-Tag passiert, und beantworten alle offenen Fragen. Zur Vorbereitung stellen wir eine Voransicht des Aufklärungsbogens (Perimed) als Screenshot zur Verfügung, sodass sich Patienten bereits im Vorfeld einen Überblick über die Inhalte verschaffen können.
Bei einer Vollnarkose (Allgemeinanästhesie) werden Bewusstsein, Schmerzempfinden und Muskelspannung gezielt ausgeschaltet. Sie erfolgt medikamentös über die Vene oder – insbesondere bei Kindern – über eine Narkosemaske. Während des gesamten Eingriffs überwacht unser erfahrenes Anästhesieteam kontinuierlich alle lebenswichtigen Körperfunktionen. Der genaue Ablauf wird individuell auf den geplanten Eingriff, den Gesundheitszustand und die persönlichen Bedürfnisse der Patienten abgestimmt.
Nach der Operation werden die Patienten im Aufwachraum betreut. Hier überwachen wir Atmung, Kreislauf und Schmerzempfinden, bis sie stabil und wach genug für die Verlegung auf die Station oder – bei ambulanten Eingriffen – für die Entlassung sind. Wenn dies medizinisch erforderlich ist, können Patienten auf eine Intensiv- oder Intermediate-Care-Station verlegt werden.
Spinal- und Periduralanästhesie
Bei diesem rückenmarksnahen Verfahren werden gezielt Nerven im Bereich der Wirbelsäule betäubt. Sie kommen häufig bei Eingriffen an den unteren Extremitäten, im Bauch- oder Beckenbereich zum Einsatz und ermöglichen eine Operation ohne Vollnarkose. Darüber hinaus werden Spinal- und Periduralanästhesien häufig als Ergänzung zu einer Vollnarkose eingesetzt, um die Schmerztherapie während und nach dem Eingriff zu verbessern und den Bedarf an Schmerzmitteln zu reduzieren.
Periphere Nervenblockaden
Hierbei werden einzelne Nerven oder Nervenbündel gezielt betäubt, zum Beispiel an Arm oder Bein. Diese Verfahren sind besonders effektiv zur Schmerzreduktion während und nach der Operation. Aus Sicherheitsgründen kombinieren wir ultraschallgesteuerte Verfahren mit Nervenstimulation, um die Nerven exakt zu identifizieren und die Wirksamkeit sowie Sicherheit der Blockade zu maximieren. Periphere Nervenblockaden können als alleiniges Anästhesieverfahren oder ergänzend zu einer Vollnarkose eingesetzt werden und tragen häufig zu einer schnelleren Erholung und geringeren Schmerzmittelgabe bei.
Vorteile und Einsatzgebiete
Regionalanästhesien schonen den Kreislauf, reduzieren den Bedarf an Schmerzmitteln und ermöglichen häufig eine schnellere Erholung. In vielen Fällen können sie mit einer leichten Sedierung kombiniert werden
Während jeder Anästhesie überwachen wir kontinuierlich Herzfrequenz, Blutdruck, Sauerstoffsättigung und Atmung. Ergänzend kommen je nach Eingriff invasive und nicht-invasive Katheter-Monitoring-Verfahren sowie ein Relaxations-Monitoring zum Einsatz, um Kreislauffunktionen und Muskelentspannung präzise zu steuern. Diese engmaschige Überwachung bildet die Grundlage für maximale Sicherheit während der gesamten Narkose.
Bei größeren oder risikoreicheren Operationen setzen wir zusätzlich erweiterte Überwachungsverfahren ein, um auch kleinste Veränderungen frühzeitig zu erkennen und sofort reagieren zu können. In speziellen Fällen kann zudem die Narkosetiefe über die Ableitung der Hirnströme (BIS-Monitoring) gemessen werden, um die Anästhesie individuell und bedarfsgerecht anzupassen.
Eine sorgfältige medizinische Einschätzung vor der Operation ist zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Ziel ist es, Risiken zu erkennen, zu minimieren und das Anästhesieverfahren optimal anzupassen.
Standardisierte Checklisten vor, während und nach dem Eingriff sorgen dafür, dass alle sicherheitsrelevanten Punkte konsequent eingehalten werden.
Strenge Hygieneregeln, klar strukturierte OP-Abläufe und regelmäßige Schulungen des Personals gewährleisten höchste Behandlungsqualität.
Ein konsequentes Wärmemanagement ist ein wichtiger Bestandteil der sicheren Anästhesie. Der Grund: Während einer Narkose kann der Körper seine Temperatur nicht selbst regulieren. Ziel unseres Wärmemanagements ist es daher, eine stabile Körpertemperatur aufrechtzuerhalten, den Komfort für den Patienten zu erhöhen und eine Unterkühlung mit möglichen Folgekomplikationen zuverlässig zu vermeiden.
Bereits beim Eintreffen auf dem OP-Tisch erhält der Patient eine vorgewärmte Decke aus dem Wärmeschrank. Während der Vorbereitung wird er damit kontinuierlich warmgehalten. Bei größeren operativen Eingriffen kommen spezielle Wärmedecken mit Luftgebläse zum Einsatz, bei denen die Temperatur gezielt gesteuert werden kann. Auch nach der Operation wird im Aufwachraum auf eine aktive Wärmeerhaltung mit vorgewärmten Decken geachtet.
Akutschmerztherapie perioperativ und postoperativ
Eine effektive Schmerztherapie ist entscheidend für eine schnelle Erholung. Wir bieten eine strukturierte postoperative Schmerztherapie an und setzen moderne, individuell abgestimmte Konzepte ein, die Medikamente, Regionalverfahren und nicht-medikamentöse Maßnahmen sinnvoll kombinieren.
Multimodale Konzepte für chronische Schmerzen
Bei chronischen Schmerzsyndromen verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz. Dazu gehört auch die Behandlung spezieller Krankheitsbilder wie CRPS (Complex Regional Pain Syndrome), bei denen wir verschiedene therapeutische Bausteine gezielt miteinander verbinden, um Schmerzen zu lindern und die Funktion zu verbessern.
Wir führen Anästhesien bei Kindern jeden Alters durch. Säuglinge werden in unserer Klinik nicht operiert. Die eingesetzten Narkoseverfahren sind speziell auf das Kindesalter abgestimmt und besonders schonend.
Eine kindgerechte, ruhige Vorbereitung ist uns besonders wichtig. Wir erklären die Abläufe altersgerecht und beziehen Eltern oder Begleitpersonen eng mit ein, um Ängste zu reduzieren und Vertrauen zu schaffen.
Die Klinik für Anästhesie steht allen Abteilungen rund um die Uhr als verlässliches medizinisches Back-up zur Verfügung und unterstützt bei innerklinischen Notfällen mit ihrer umfassenden Expertise in Atemwegsmanagement, Kreislaufstabilisierung und Akuttherapie.
Bei chirurgischen Notfällen übernimmt unsere Klinik eine zentrale Rolle im Schockraum. Wir gewährleisten die anästhesiologische Versorgung von lebensbedrohlich verletzten Patienten, beispielsweise nach schweren Verkehrsunfällen, und tragen entscheidend zur schnellen Stabilisierung und interdisziplinären Versorgung bei.
Viele Eingriffe können heute sicher ambulant durchgeführt werden, ohne dass ein stationärer Aufenthalt notwendig ist. Der Großteil der ambulanten Operationen der Krankenhaus GmbH Weilheim-Schongau finden im Ambulanten OP-Zentrum des Medizinischen Zentrums SOGESUND in Schongau statt.
Je nach Eingriff kommen Vollnarkosen, Regionalanästhesien oder kombinierte Verfahren zum Einsatz. Die Auswahl erfolgt individuell und unter höchsten Sicherheitsstandards.
Vor der Entlassung stellen wir sicher, dass alle medizinischen Kriterien erfüllt sind. Patienten erhalten klare Verhaltenshinweise sowie Ansprechpartner für die Zeit nach dem Eingriff.
Krankenhaus Weilheim
Krankenhaus Weilheim
Krankenhaus Weilheim
Dr. Thomas Waldenmaier | Chefarzt
Dr. Norbert Trapp | Leitender Oberarzt
Johann-Baur-Str. 4
82362 Weilheim
Tanja Maußner
Telefon 0881 188-8046
Telefax 0881 188-4681
Anästhesie
Umfang: 36 Monate
Die Klinik für Anästhesie hat im Rahmen der Qualitätsmanagement-Gesamtzertifizierung der Krankenhaus Weilheim Schongau GmbH das Zertifikat nach DIN ISO 9001:2015 erhalten. Bei dieser Zertifizierung wird die Qualität in den allen Abteilungen systematisch durch verschiedene Instrumente regelmäßig überprüft. Wir nutzen interne Begehungen / Audits, regelmäßige Besprechungen, festgelegte Qualitätssicherungsmaßnahmen, Befragungen sowie eine regelmäßige Auswertung von Rückmeldungen und Verbesserungsvorschlägen, um die Qualität kontinuierlich kritisch zu hinterfragen und zu verbessern. Jede Abteilung hat einen QM-Beauftragten, der sich intensiv um die Umsetzung von abteilungsinternen Qualitäts-Standards kümmert und mit der zentralen QM-Abteilung sowie den anderen QMBs des Hauses eng zusammenarbeitet. In das Qualitätsmanagementsystem sind alle Fachabteilungen, Berufsgruppen und Hierarchien integriert.
Einmal jährlich findet ein externes Audit durch DEKRA Certification GmbH statt, die kritisch und unabhängig das QM-System und die Prozessqualität bewertet, kontinuierliche Weiterentwicklung einfordert und bei Erreichen aller Anforderungen das Zertifikat nach DIN ISO 9001 vergibt.
Weitere Informationen siehe auch: Qualitätsmanagement