Großes Interesse am Patientenforum der Krankenhaus GmbH: Rund 80 Besucher informierten sich am Dienstag im Krankenhaus Weilheim über die Schaufensterkrankheit. Dr. Jörg Hawlitzky, Chefarzt der Klinik für Gefäß- und Endovaskularchirurgie Weilheim, gab in seinem Vortrag „Katheter, Stent oder Operation? Welche Behandlung hilft wirklich?“ Antworten darauf, wann Medikamente und Gehtraining helfen – und in welchen Fällen Katheterverfahren, Stents oder eine Operation die bessere Wahl sind.

„Die Schaufensterkrankheit wird häufig erst erkannt, wenn Betroffene beim Gehen Schmerzen bekommen“, sagte Dr. Hawlitzky. Umso wichtiger sei es, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und konsequent zu behandeln. Schritt für Schritt erläuterte der Gefäßchirurg, wie die Erkrankung entsteht, welche Rolle Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhte Blutfettwerte spielen und weshalb Bewegung eine entscheidende Säule der Therapie ist.

Nicht jeder Befund führt direkt in den Operationssaal. Im Gegenteil. Vorrang haben zunächst konservative Maßnahmen wie Gehtraining, Medikamente und die konsequente Behandlung der Risikofaktoren. Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind oder die Durchblutung kritisch wird, kommen Katheterverfahren, Stents oder operative Eingriffe zum Einsatz. Genau dieses Therapiekonzept stellte Dr. Hawlitzky den Gästen anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis vor.

Besonderes Augenmerk legte der Gefäßchirurg auf die Entwicklung der vergangenen Jahre. „Moderne Katheterverfahren haben die Möglichkeiten der Gefäßmedizin deutlich erweitert“, betonte er. Dennoch könne nicht jeder Eingriff minimalinvasiv erfolgen. Je nach Lage und Ausmaß der Gefäßverengung seien auch heute noch offene Operationen erforderlich. Entscheidend sei deshalb nicht die Frage „Katheter oder Operation?“, sondern welches Verfahren für den einzelnen Patienten langfristig den größten Erfolg verspreche.

Der Vortrag war informativ – und alles andere als trocken. Immer wieder griff Dr. Hawlitzky auf kleine Anekdoten aus seinem Klinikalltag zurück, erklärte auch komplexe medizinische Zusammenhänge verständlich und nahm sich Zeit für die zahlreichen Fragen aus dem Publikum.

Und davon gab es viele. Auch nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung blieb der Gesprächsbedarf groß. In kleinen Gruppen wurde weiterdiskutiert, Erfahrungen wurden ausgetauscht und persönliche Anliegen mit dem Referenten besprochen.

Fazit von Dr. Hawlitzky: „Die große Resonanz und die vielen Fragen haben gezeigt, dass wir mit dem Thema genau den richtigen Nerv getroffen haben. Ich freue mich auf weitere Patientenforen, in denen wir gemeinsam mit den Besuchern Themen aus der Gefäßchirurgie beleuchten und unsere Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten verständlich vermitteln können.“