„Plötzlich krank. Wohin jetzt?“ So lautet der Titel einer Infoveranstaltung der Initiative Brückenschlag. Sie findet am Montag, 9. November 2026, von 18 bis 20 Uhr im Pfarrsaal Verklärung Christi in Schongau statt. Fachleute aus der regionalen Gesundheitsversorgung erläutern, welche Anlaufstellen bei akuten Beschwerden helfen und wann rasches Handeln erforderlich ist.
Hinter Brückenschlag steht ein 2021 ins Leben gerufenes Kooperationsprojekt verschiedener Akteure im Gesundheitswesen. Das Ziel: Die medizinische Versorgung im Landkreis Weilheim-Schongau besser vernetzen und den Menschen vor Ort den Zugang zur passenden medizinischen Hilfe erleichtern. Dafür arbeiten Krankenhausmediziner, Haus- und Fachärzte, ärztliche Verbände, Rettungsdienste, Apotheken und soziale Dienste enger zusammen – über die Grenzen ihrer jeweiligen Einrichtungen hinweg.
„Viele Menschen wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen, wenn sie plötzlich krank werden“, sagt Peter Holzmüller, einer der Initiatoren des Projekts Brückenschlag. Genau hier setzt der Informationsabend an: Die Besucher erfahren, welche medizinischen Anlaufstellen es im Landkreis gibt, wofür sie zuständig sind und wie sie im Ernstfall die richtige Entscheidung treffen können. Holzmüller: „Wir möchten den Bürgern Sicherheit geben und ihnen helfen, sich im Gesundheitssystem besser zurechtzufinden.“
In kurzen Impulsvorträgen stellen Fachleute die verschiedenen Bereiche der medizinischen Versorgung vor: Dr. Barbara Nowitzky, Vorsitzende des Praxisverbunds Pfaffenwinkel, erläutert, wann Hausarzt, Bereitschaftsdienst oder Notruf die richtige Wahl sind. Welche Hilfe Apotheken bei akuten Beschwerden leisten können, erklärt Dr. Philipp Kircher, Sprecher der Apotheken im Landkreis. Um die Möglichkeit eines kurzfristigen Facharzttermins geht es im Beitrag von Dr. Stefan Günther, Vorstandsmitglied des Ärztlichen Kreisverbands Weilheim-Schongau. Jörg Holzapfel, Leiter der Integrierten Leitstelle Oberland, und Michael Limbrunner, stellvertretender Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands Weilheim-Schongau, geben gemeinsam Einblicke in die Abläufe nach einem Notruf. Weshalb in der Notaufnahme nicht die Reihenfolge des Eintreffens über die Behandlung entscheidet, erläutert schließlich Dr. Stephen Bodenberger, Leiter der Interdisziplinären Notaufnahme am Krankenhaus Weilheim.
In der anschließenden Podiumsdiskussion zeigen die sechs Referenten anhand eines konkreten Fallbeispiels, wie die medizinische Versorgung im Akutfall funktioniert. Im Mittelpunkt steht die Frage, was geschieht, wenn jemand versehentlich ein falsches oder unbekanntes Medikament eingenommen hat. Dabei wird deutlich, welche Versorgungsbereiche zusammenwirken, wer wann zuständig ist und wie es nach der ersten medizinischen Hilfe weitergeht. Durch das Gespräch führen Prof. Dr. Elisabeth Wacker von der Technischen Universität München und Peter Holzmüller. Die Besucher haben Gelegenheit, eigene Fragen zu stellen und sich aktiv an der Diskussion zu beteiligen.
Die Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.
